22 – Was hat die Steinzeit mit unserer Zeit zu tun?

Was soll die Steinzeit mit unserer modernen Zeit zu tun haben? Wir leben anders, wohnen anders, denken anders, verwenden andere Werkzeuge, planen im Voraus, haben ein Gesundheitssystem, Transportmittel,…usw. Unsere Zeit hat nichts mit der Steinzeit gemein…. Was das Umfeld anbelangt, da gebe ich euch völlig recht. Jedoch was den Menschen an sich betrifft, liegt ihr völlig falsch. Was wir gemeinsam mit der Steinzeit haben ist unser Körper. Unser Körper tickt nach wie vor so wie zur Zeit der Steinzeit. Die identen hormonellen Abläufe, die mechanischen Funktionen, das Gehirn, die Psyche … alles genau wie in der Steinzeit.

Was bedeutet das für uns in der Jetztzeit?

Ich beschreibe  da ein Bild für dich. Stell dir vor du bist mit Lendenschurz bzw. Fell bekleidet, also zur Zeit der Steinzeit, im Wald … umgeben von ausschließlich Natur… mit all den Tieren die zu dieser Zeit lebten, den Gefährlichen und weniger Gefährlichen. Du ernährst dich von Beeren, Kräutern und Fleisch. Allerdings gibt es nicht jeden Tag ausreichend  zu essen sondern nur wenn du eine erfolgreiche Jagd hattest. Die Nahrung ist auch Jahreszeiten abhängig. Du sitzt am Abend in deiner Höhle rund ums Lagerfeuer. Deine Sorge ist alleine das Überleben, dein Lebensinhalt ist das Jagen, deine Familie und deine Sippe.  … natürlich sehr unwissenschaftlich gesprochen…. aber im Großen und Ganzen beschreibt es die damalige Realität.

 

Der Steinzeitmensch handelte instiktiv, aus dem „Bauch“ heraus. Er tat Dinge die er tun musste um zu überleben. Die restliche Zeit entspannte er. Wir würden jetzt sagen, er hatte frei. Also im zeitlichen Verhältnis Dinge tun zu müssen um zu überleben und frei zu haben…da überwog eher die Freizeit. Auch dauerte die Jagdt oder Kampf vielleicht wenige Stunden … dann kam die Phase der Entspannung. Oder der Steinzeitmensch musste vor einer Gefahr fliehen, und als die Gefahr vorbei war, entspannte und erholte er sich wieder. Auch durch die körperliche Anstrengung baute er gleichzeitig das Stresshormon Cortisol und Adrenalin, Noradrenalin usw. ab. So konnte er wieder leichter „runter kommen“ und sich beruhigen.

Wie verhalten wir uns in der Neuzeit mit dem Körper eines Steinzeitmenschen?

kurz gesagt völlig daneben.

Der Unterschied zur Steinzeit ist der permanente Stress. Stress erleben wir durch Umwelteinflüsse wie Umweltverschmutzung, Lärm, Zeitnot, Elektrosmog, falsche Ernährung, Bewegungsmangel, ….usw. Aber das Schlimmste für uns ist, das wir nach einer Anstrengung bzw. Belastung uns keine Zeit mehr nehmen uns zu erholen, zu entspannen. Unser Steinzeitkörper würde es verlangen, denn nur so ist er für die nächste Belastung wieder ausreichend belastbar.

Die mangelnde Erholung hat zur Folge von vermehrten Krankenständen, Kopfschmerzen, Verspannungen bis hin zu körperlichen Einschränkungen, Aggressionen, Depressionen, Ängsten, Fettleibigkeit, Tinnitus, Rückenprobleme … Schlafprobleme sind ein typisches Symptom von Überbelastung. Leider gibt es in der heutigen sogenannten modernen Zeit für jedes Wehwechen ein Pulverl..und wir können so weitermachen wie immer, bis wir einen Zusammenbruch erleiden.

 

Für mich gibt es da ein typisches Bild: „Mit offenen Augen gegen die Wand fahren, wie ein „crash test dummy“ „.

 

 

Leider spüren sich viele Menschen nicht mehr und bekommen es gar nicht mit, dass sie mit 100 „Sachen“ gegen eine Mauer donnern. Die Umgebung, also die Familie, Freunde und KollegInnen bemerken eine Wesensveränderung, die geringe Belastbarkeit und/ oder die wenige Zeit die für sie übrig bleibt.

Ein weiters Relikt aus der „Ursuppe“ ist unser Limbisches System, unser Emotionszentrum im Gehirn.

Das Limbische System entstand, wie gesagt aus der Ursuppe. Das muss man sich so vorstellen, dass nur jemand eine Chance hatte zu überleben, der nicht lange nachdachte und instinktiv die richtige Entscheidung getroffen hatte. Nur dieser konnten sich auch fortpflanzen und vermehren. Emotionen entstehen innerhalb hundertstel Sekunden. Oft kann man sie nicht einmal benennen. In einer Comiczeichnung ist das eine Sprechblase mit „umpfhg“. Fälschlicherweise wird sie auch manchmal als „innerer Schweinhund“ beschrieben.

 

„Montagsmaler“

 

In unserer modernen Zeit möchte man alles „behirnen“, argumentieren, begründen, diskutieren, Pro und Contra finden. Wenn das so einfach wäre und nicht unser limbisches System, also die Emotionen, sich schneller einschalten und entscheiden als der Verstand. Probleme sind da vorprogrammiert, denn Emotionen kann man nicht wegdiskutieren nicht „behirnen“. Emotionen sind da und entscheiden was wir mögen oder nicht mögen.

 

Jetzt kommt es oft zu Situationen in denen unser Verstand über die Emotion „siegen“sollte.

Ein Beispiel:

Ich kenne keinen Menschen der sich freut zum Zahnarzt zu gehen. Doch die meisten von uns riskieren doch einen Zahnarztbesuch. Warum? Unser Verstand sagt: „Gehe zum Zahnarzt und lasse regelmäßig deine Zähne kontrollieren. Du sorgst damit vor.“ Hier sollte das Limbische System nicht dominieren. ..also musst du es auf eine gewisse Art und Weise „würgen“ und deine Emotionen in den Griff bekommen. Dieses „Würgen“ ist kein Problem wenn du es kurz und nur hin und wieder machst.

Es gibt viele kleine Alltagsbeispiele bei denen der Verstand die Oberhand über das Limbische System behalten sollte.

 

Wenn allerdings dein Limbisches System die meiste Zeit ignoriert und gewürgt wird, und dein Verstand die meiste Zeit die Herrschaft übernimmt, bekommst du ein Problem.

 

 

Die meiste Zeit etwas tun zu müssen, das du im Grunde nicht tun möchtest. Vielleicht fällt dir da ad hoc eine oder mehrere Situationen ein. Diese belasten dich auf die Dauer so sehr, dass die Gefahr von Überlastung unausweichlich wird. Emotionen zu unterdrücken und zu ignorieren lassen dich früher oder später zusammenbrechen.

Ein zufriedenes Leben führst du dann, wenn das Verhältnis 20% Verstand und 80% Emotionen beträgt.

 

Das extreme Gegenteil, bei dem fast ausschließlich das Limbische System die Oberhand hat, also das Leben nur von Emotionen dominiert wird, finden wir momentan immer wieder in den Medien. Berichte über Gewalt und Verrohung der Gesellschaft.

 

Ich behaupte, wenn Kinder, auch bereits Kleinkinder, nicht liebevoll lernen zu warten, bis ihre Bedürfnisse befriedigt werden, nicht lernen sich manchmal geduldig „hinten an zu stellen“ und ihren Emotionen immer wieder sofort nachgegeben werden (oft auch um des „Frieden willens“ oder auch weil der Alltag eh schon stressig genug ist), da besteht die Gefahr sie zu rücksichtslosen, egoistischen Erwachsenen heranzuziehen.

Gib deinem Kind eine Chance sich in unserer Gesellschaft wohl und angenommen zu fühlen.

 

 

Du siehst Druck und Belastung sind in unserer Zeit unausweichlich. Ausschlaggebend ist, wie gehe ich mit mir, meinem Steinzeitkörper und meinen Emotionen, aus der Ursuppe, um. Etwas zu verändern ist eine riesige Herausforderung. Nachhaltige Veränderung gelingt auch häufig nur mit Unterstützung und nicht von heute auf morgen. Gerne begleite ich dich auf deinem Weg zur Veränderung, auf dem Weg zu mehr Zeit mit deiner Familie, mit deinen Freunden und deinen Hobbys.

Du findest meine Kontaktdaten auf meiner Website. Auch freue ich mich auf einen Kommentar von dir auf meiner Seite.

 

Ich wünsche dir ein schönes Leben